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Centerlotsen bei der Deutschen Flugsicherung
„Es macht Freude, die Perlenschnur im Endanflug aufzureihen“

Die besten Fürsprecher:innen für einen Beruf sind die, die ihn ausüben. Dies stellten wir auch wieder im Gespräch mit Felix, Christina und Simon fest, die bei der Deutschen Flugsicherung als „Centerlotsen“ arbeiten.

Hallo zusammen, Sie sind alle drei als Centerlotsen tätig, jeder an einem anderen Standort. Könnten Sie einmal mit einem Satz beschreiben, was an diesem ja doch bestimmt recht anstrengenden Job Freude macht?

Felix: Jeder Tag ist anders, die Konstellation, in der die Flieger in meinem Sektor sind, die Wetterbedingungen, die Anfragen von Piloten. Man ist in gewisser Weise sein eigener Chef, entscheidet wie man die Flieger leitet und es ist in diesem Zusammenhang dann tatsächlich auch sehr zufriedenstellend, wenn man z.B. in einer High-Traffic Phase sieht, wie durch die eigenen Anweisungen am Ende alle Flieger sicher durch den Luftraum gelotst wurden. Zudem bereitet die Zusammenarbeit in einem sehr professionellen Team jeden Tag wieder Freude.

Christina: Es macht mir Freude, jeden Tag aufs Neue Flieger sicher und effizient bis zur Landung zu begleiten, die Perlenschnur im Endanflug aufzureihen oder eben kurz nach dem Start mit den Piloten zu sprechen und sie in die verschiedenen Richtungen zu schicken. Es gibt keine Tage, die gleich sind, es ist sehr abwechslungsreich und ich arbeite sehr gern mit allen meinen Kollegen zusammen, es ist ein sehr familiäres Umfeld. Ich könnte mir keinen schöneren, spannenderen Beruf vorstellen. Und das Beste dabei: Wenn ich in den Feierabend gehe, arbeitet einer meiner Kollegen/innen weiter und ich übernehme einen aufgeräumten Arbeitsplatz am nächsten Tag (lacht)

Simon: So einfach es klingt: Es macht einfach Spaß, jeden Tag vor neue Herausforderungen gestellt zu werden. Jeden Tag treten neue, unbekannte Situationen und Konstellationen auf, die immer wieder neue Lösungen erfordern. Und diese Lösungen zu suchen und zu finden, macht den Reiz aus.

Sie haben uns alle beispielhaft einen Tag in ihrem Job niedergeschrieben. Laufen die meisten Tage so ab, weil die Abläufe streng vorgegeben sind?

Felix: Der Schichtbeginn ist individuell, es gibt kein striktes Muster, jedoch die Möglichkeit sich Schichten zu wünschen. Auch die Verteilung der Dienst- bzw. Pausenzeiten wird täglich an Einflüsse wie Verkehrsmenge, Wetter etc. angepasst. Generell ist bei uns nach maximal zwei Stunden Arbeitszeit eine Pause vorgesehen. Um seinen Arbeitstag noch abwechslungsreicher zu gestalten, gibt es die Möglichkeit, sich in Projekte einzubringen oder als Ausbilder direkt an der Entwicklung der Trainees mitzuwirken.

Christina: Unsere Arbeits- und Pausenzeiten werden von unseren Wachleitern vorgegeben, allerdings variieren die von Tag zu Tag, daher ist viel Abwechslung dabei. Mal eher lange Frühstückspause, oder mal eine lange Mittagspause, oder im Spätdienst lange Abendessenspause. Auch die Einteilung der Sektoren erfolgt jeden Tag neu, daher ist es auch beim Arbeiten abwechslungsreich.

Simon: Klares Jein. Wie im Beruf selbst, gibt es im Tagesablauf klare Leitplanken, die einzuhalten sind. Da wären etwa die maximale Arbeitszeit oder der Mindestpausenanspruch, der einzuhalten ist. Aber innerhalb dieser Planken gibt es sehr viel Flexibilität. So kann ein Dienst um 6 Uhr morgens oder auch um 22 Uhr abends beginnen, die Boardzeit – also die wirkliche Arbeitszeit vor dem Radarschirm – variiert von einer bis zwei Stunden. Entsprechend flexibel sieht dann der Tagespausenplan aus.

Man muss viel können in diesem Job, bestimmt muss man viel Konzentrationsvermögen mitbringen und natürlich außerordentlich zuverlässig sein. Werden solche Softskills in der Bewerbungsphase abgefragt oder getestet? Und wenn ja, wie?

Felix: Alle Bewerber müssen ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen, in dem genau diese und weitere Softskills (z.B. Mehrfachbelastbarkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, Reaktionsschnelligkeit, etc.) getestet werden. Erste Stufe ist ein Online-Test, danach folgen zwei weitere Stufen, die in Zusammenarbeit mit dem DLR in Hamburg durchgeführt werden.

Christina: Softskills wie z. B. Konzentrationsfähigkeit, Merkfähigkeit, Räumliches Vorstellungsvermögen werden im Bewerbungsverfahren ausgiebig geprüft, dafür haben wir eine mehrtägige Bewerbungsstufe in Hamburg, die die angehenden Lotsen durchlaufen müssen. Das passiert bei Computertests, Teamtests, aber auch in einem Interview.

Simon: Es gibt ein ziemlich genau definiertes Skillset, das man für den Beruf benötigt. Dazu gehören neben Konzentrations-, Merk- und vor allem Teamfähigkeit auch Reaktionsgeschwindigkeit und dann natürlich ein räumliches Vorstellungsvermögen. Genau auf diese Fähigkeiten wird man in mehrtägigen Tests in Hamburg beim DLR getestet. Dies geschieht durch aufwendige Computertests und Simulationen.

Wird das eigentlich auch entsprechend honoriert, wenn man in einem sicherheitsrelevanten Job arbeitet? Gibt es da einen Zusammenhang? Könnte ja auch für Viele ein Argument sein.

Felix: Der sehr verantwortungsvolle Beruf des Fluglotsen wird überdurchschnittlich gut bezahlt. Dazu kann man sich schichtdienstbedingt auf einen erhöhten Freizeitausgleich freuen.

Christina: Nicht umsonst haben wir einen der bestbezahlten Ausbildungsjobs Deutschlands! Es ist ein sicherheitsrelevanter, sehr verantwortungsvoller Job, der dementsprechend vergütet wird.

Simon: Eine Arbeitsstelle wird ja prinzipiell danach bezahlt, wie austauschbar sie ist. Da unsere Ausbildung extrem speziell ist, sehr zeitintensiv und in Deutschland nur von der DFS angeboten wird, ist der Beruf am Ende nach diesem einfachen wirtschaftlichen Prinzip auch gut entlohnt. Diese wirtschaftliche Sicherheit hilft glaube ich aber auch, in diesem Beruf zu 100 Prozent bei der Sache zu sein, ohne sich um die Finanzen große Sorgen machen zu müssen.

Was können Sie interessierten Schülerinnen und Schülern raten, die sich das einmal genau anschauen möchten? Gibt es irgendwo einen Simulator? Oder ein PC-Spiel, mit dem Sie auch schon mal trainiert haben?

Felix: Ihnen kann ich hier nur wärmstens unseren (Online-)Schnuppertag und Recruiting-Day (karriere.dfs.de) empfehlen. Kein Simulator ersetzt die Möglichkeit, Informationen direkt aus erster Hand zu erhalten und sich in direkten Austausch mit aktiven Lotsen zu begeben.

Christina: Es gibt auf unserer Internetseite ein paar Onlinespiele, wie z.B. Pushing Tins, da können sich Interessierte gern mal dran probieren.

Vielen Dank für das Gespräch!

karriere.dfs.de

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