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Digitalisierung an Schulen
„Die Schulen legen inzwischen den Grundstein für die digitale Kompetenz der Jugendlichen“

Corona war ein Verstärker im digitalen Veränderungsprozess, auch an den Schulen in Deutschland. Nach zwei Jahren Pandemie gehören Online-Meetings zum Alltag, aber auch viel Organisatorisches wird an den Schulen digital abgewickelt. Uta Fröschen, Geschäftsführende Gesellschafterin der FrogKnight GmbH, wirft im Interview einen Blick von außen auf diesen Prozess.

Frau Fröschen, als Beraterin und Coach haben Sie viel Erfahrung in der Erwachsenenweiterbildung, Sie haben auch zahlreiche Trainings in Schulen durchgeführt. Was fiel Ihnen in den zwei Jahren besonders häufig auf?

Als Corona uns alle vor die Herausforderung des Lernens mit Abstand stellte, ist das Thema Digitalisierung durch die Decke gegangen. Zum Glück konnten wir intern bereits einige Jahre Erfahrungen bei der Planung und Durchführung von Online-Seminaren vorweisen und schnell viel Wissen weitergeben. Bei ersten Gesprächen in der Auftragsklärung mit Schulen und Unternehmen hat sich dann oft gezeigt, dass häufig zunächst der Ansatz „Learning by Doing“ umgesetzt wurde. Also wurden unzählige Menschen, die mit dem Thema Lernen betraut sind, ins kalte Wasser geworfen. Mit allen Mitteln haben diese dann versucht, ihre vorhandenen Präsenzveranstaltungen auf den Onlinekanal zu übertragen. Das hat zwar als „erstes Pflaster“ funktioniert, doch allen Beteiligten wurde schnell klar, dass eine Eins-zu-eins-Übertragung von Präsenz auf Online nicht möglich ist und auf dem Weg zu flächendeckender und langfristiger Qualität noch viel passieren muss. An dieser Stelle wurden wir häufig eingebunden.

An welchen Stellen gab und gibt es den größten Anpassungsbedarf?

Bei der Übertragung von Präsenz auf Online bedarf es Kreativität bei Methodik und Didaktik sowie Ausdauer in der fortwährenden Aktivierung der Teilnehmer:innen. Vor allem aber braucht man Zeit, denn 60 Minuten Präsenz werden zu 90 Minuten Online. Oft werden auch Themen wie Kamerawinkel, Hintergrund und Körpersprache vernachlässigt, obwohl diese entscheidend sind. Aber wir sehen: Auch immer mehr Schulen und Unternehmen nehmen diese vermeintlichen Details nun ernst und entwickeln sich zu Vorreiter:innen im digitalen Lehren und Lernen.

Das eine ist ja, in Schulen eine Notsituation zu meistern, um einen Lehrbetrieb aufrecht erhalten zu können. Plötzlich wurden die Lehrer:innen aber auch zu Trainer:innen in Sachen digitaler Kompetenz. Ist das so?

Absolut richtig, die notwendigen Kompetenzen im Umgang mit Online-Medien entwickeln sich ja immer mehr zu einer entscheidenden Voraussetzung für die Arbeitswelt. Und die Schulen legen inzwischen den Grundstein für die digitale Kompetenz der Jugendlichen. Was früher so nicht im Lehrplan stand, gehört jetzt zum schulischen Alltag. Wir sehen ja jetzt, dass immer mehr Unternehmen von der Effektivität des hybriden Arbeitens überzeugt sind und diese Flexibilität auch beibehalten werden. Hybrides Arbeiten wird ganz klar die Arbeitsform der Zukunft sein. Dementsprechend wird auch von den Arbeitnehmer:innen erwartet, Online-Präsentationen vorzustellen, digital in Teams zusammenzuarbeiten oder auch mit Endkund:innen über Onlinekonferenzplattformen in den Austausch zu gehen. Aber auch der sogenannte Blended Learning Ansatz, also die Kombination von Online-Seminaren, Präsenzschulungen und Web Based Trainings setzt ich durch. Kurzum: Die Arbeitnehmer:innen werden sich mehr und mehr hybrid fortbilden.

Ihr Fazit?

Die Krise hat eine tolle Chance eröffnet, beim Thema Digitalisierung an einem Strang zu ziehen. So können wir lebenslanges Online-Lernen zu einer positiven Konnotation machen und nachhaltig von motivierten Lernenden profitieren.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Fröschen!

www.frogknight.de

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