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Kickern für die Zukunft
Berufsorientierung mal anders

Wie kommen Schulabgänger*innen in der Phase der beruflichen Orientierung und Unternehmen ins Gespräch? Die Industrie- und Handelskammern in Deutschland lassen sich dazu einiges einfallen. Einen besonders originellen Weg geht die IHK Nürnberg für Mittelfranken: Sie führt beide Gruppen am Kickertisch zusammen. Was da genau passiert, wollten wir von Stefan Kastner wissen. Er leitet den Geschäftsbereich Berufsbildung.

Herr Kastner, auf die Idee, einen Kickertisch in der Berufsorientierung einzusetzen, muss man erstmal kommen. Ist sie Ihnen in dem Moment eingefallen, in dem Sie resigniert feststellen mussten, dass sich in den Büros der IHK Mittelfranken keine ebenbürtigen Spielpartner mehr finden lassen?

Da muss ich ehrlich zugeben, dass die Idee von außen kam. Der KarriereKick wird in Zusammenarbeit mit einem externen Partner durchgeführt. Die bringen die Profi-Kickertische mit – und einen ehemaligen Deutschen Meister im Tischkicker. Da hätte ich eh keine Chance!

Wenn ich mir vorstelle, dass ich beim Kickern ein nicht gerade unwichtiges Gespräch über mein berufliches Schicksal führen soll, dann stelle ich fest: Ich bin schlecht in Multi-Tasking. Das würde nichts werden.

Naja, das Kickern dient ja eher als Eisbrecher. Zwei Jugendliche kickern gegen zwei Personaler, danach wird’s dann ernster und im Zweiergespräch jenseits des Kickers findet ein erstes Kennenlernen statt.

Nun stelle ich mir vor, wie ein 16jähriger Pennäler gestandene Personaler am Tisch demütigt und reihenweise mit 10:0 nach Hause schickt. Ist da noch ein Gespräch auf Augenhöhe möglich?

Könnte man meinen. Beim ersten KarriereKick haben das eigentlich alle spielerisch gesehen. Oftmals haben die Unternehmen auch ihre Azubis mitgebracht, da fanden die Gespräche dann im wahrsten Sinne auf Augenhöhe statt.

Wie geht’s mit diesem Projekt bei Ihnen weiter?

Nachdem sich beim letzten Mal alle einig waren, dass diese neue Form des Kennenlernens klasse ist – weil übrigens im Nachgang auch etliche Ausbildungsverträge geschlossen worden sind –, hat das Format förmlich nach Wiederholung gerufen. Der Unterschied zu anderen Ausbildungsmessen ist, dass nicht ganze Klassen „durchgeschleust“ werden, sondern in erster Linie interessierte Jugendliche kommen. Also Klasse statt Masse. Gerade in Coronazeiten ein optimales Format.

Vielen Dank, Herr Kastner, für das Gespräch.

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