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Karrieren in der Justiz
„Wir werden realitätsnah an die Aufgaben herangeführt“

In der Herbstausgabe dieses Magazins führten wir mit der Koordinatorin für Personalgewinnung und -entwicklung beim OLG Düsseldorf, Ricarda Mosebach, ein Interview über Karrierewege in der Justiz. In diesem zweiten Teil beschreibt eine Auszubildende einen Tag, wie er ganz typisch während einer Ausbildung In der Justiz ist.

Hallo! Ich heiße Anna-Lena, bin 24 Jahre alt und ich habe meine Ausbildung zur Justizfachangestellten im August 2020 am Amtsgericht Moers begonnen. Ich komme aus Kamp-Lintfort und brauche ca. 15 Minuten zum Moerser Amtsgericht. Die Ausbildung erfolgt hauptsächlich in Moers, jedoch finden Praxisabschnitte abwechselnd auch an den Amtsgerichten Geldern und Rheinberg statt.

7:30 Uhr: Arbeitsbeginn

Jeder Tag beginnt gegen 7.30 Uhr auf der Junior-Geschäftsstelle. Hier sind wir Auszubildenden zusammen mit den Rechtspflegern auf uns gestellt und für die alltäglichen Aufgaben verantwortlich. In unserer Abteilung erhalten rechtsuchende Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen rechtliche Beratungshilfe. Insbesondere sind wir für die Postbearbeitung zuständig, wir überwachen die fristgerechte Bearbeitung von Aufgaben und nehmen Anträge von Recht suchenden Menschen auf und legen diese den angehenden Rechtspflegern und Rechtspflegerinnen zur weiteren Bearbeitung vor. Bei Fragen oder Problemen steht uns unsere Ausbildungsleitung immer zur Seite. Dadurch lernen wir unseren Alltag zeitlich zu managen und werden realitätsnah an die Aufgaben herangeführt.

10:00 Uhr: Protokoll beim Familiengericht

Jede Gerichtsverhandlung wird von einer oder einem Justizfachangestellten protokolliert. In der Ausbildung sitzen wir, je nach Sachverhalt der Verhandlung, entweder ganz vorne im Gerichtssaal neben dem Hauptprotokollführer und verfassen das Nebenprotokoll noch vor Ort, oder wir erhalten bei kleineren Verhandlungen das Diktiergerät des Richters oder der Richterin und fassen die Aufnahme anschließend in der Geschäftsstelle ab. Im Nachhinein wird dies mit der Ausbilderin besprochen.

12:30 Uhr: Mittagspause

Die Mittagspause verbringen wir alle gemeinsam im Aufenthaltsraum. Eine eigene Kantine hat das Amtsgericht Moers zwar nicht, jedoch gibt es eine ausgestattete Küche, die alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen problemlos nutzen können. Zudem befindet sich das Gericht in der Moerser Innenstadt, sodass es auch in der Stadt mehr als genug Möglichkeiten gibt ein gutes Mittagessen zu bekommen.

13:00 – 16:00 Uhr: Theorie

Die Ausbildung wird in einen theoretischen und in einen praktischen Part aufgeteilt. Vormittags von 7:30 Uhr bis 12:30 Uhr findet die Praxis in den Abteilungen der Gerichte statt. Nachmittags von 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr geht es mit dem theoretischen Unterricht weiter. Der theoretische Part findet drei Mal die Woche im Amtsgericht Moers und zwei Mal die Woche in der Berufsschule in Mönchengladbach statt. Durch den zusätzlichen Theorieunterricht am Amtsgericht werden wir bestens auf unsere Tätigkeit vorbereitet. Im Theorieunterricht befassen wir uns vor allem mit Gesetzestexten. In diesen ist zum Beispiel auch festgehalten, wie ein Büro organisiert ist und wie gerichtliche Verfahren abzulaufen haben. Anhand der Gesetzestexte lösen wir Aufgaben zu beispielhaften Sachverhalten, wie sie auf unserer Einsatzstelle aufkommen könnten.

Die Verbindung aus Theorie und Praxis ist besonders gut, da man so das Erlernte in den verschiedenen Abteilungen sofort anwenden kann.

Alle Informationen rund um das duale Studium und die Ausbildung:
www.inside-justiz.nrw

Kontakt: berufseinstieg@olg-duesseldorf.nrw.de

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