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BO, Arbeitsmarkt und Bildung

BO: „Persönliche Gespräch sind für viele Jugendliche essenziell“

Wenn es um die Suche nach dem passenden Beruf geht, ist nur ein Viertel der Jugendlichen davon überzeugt, dass es genügend Informationen zur Berufswahl gibt, und man sich darin auch gut zurechtfindet. Demgegenüber sind 53 Prozent der Jugendlichen mit dem Informationsangebot überfordert. Immerhin weiß etwas mehr als jede:r zweite Jugendliche (56 Prozent) „sehr gut“ oder zumindest „eher gut“ über den angestrebten Beruf Bescheid. Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, für die das Institut icon-kids & youth bundesweit 1.666 Jugendliche befragt hat.

Noch ein Ergebnis: Jugendliche sind bei der Berufsorientierung weniger digital orientiert als vermutet: Die wichtigsten Informationsquellen sind für die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen (48 Prozent) Gespräche mit Lehrer:innen, Ausbilder:innen und Berufsberater:innen. Erst dann folgen mit 40 Prozent Informationen, die sie sich selbst anlesen und mit ebenfalls 40 Prozent Praktikumsplätze. „In der Corona-Krise wurde zu Recht eine zügige Digitalisierung der Berufsorientierung eingefordert“, sagt Ausbildungsexpertin Claudia Burkard. „Dabei dürfen wir aber nicht übersehen: die direkte Erfahrung und das persönliche Gespräch sind für viele Jugendliche immer noch essenziell.“

Hier gehts zur Studie

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BIBB: Beschäftigungseffekte der Regierungspläne

Das Berufsinstitut für Berufsbildung hat in einer Projektion untersucht, inwieweit sich die Zielsetzungen der neuen Bundesregierung auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auswirken könnten.

Fazit: Die geplanten Maßnahmen könnten ab 2025 etwa 400.000 Erwerbstätige zusätzlich beschäftigen. Vor allem die geplanten Anstrengungen im Bausektor und bei den erneuerbaren Energien bringen laut Studie eine erhebliche Zusatznachfrage nach Arbeitskräften. Aber auch in der Landwirtschaft wird laut Projektion der Fachkräftebedarf steigen, weil der Ausbau des Ökolandbaus personalintensiv sei. Diese Mehrbedarfe, so das BIBB, gebe es also in Berufen und Branchen, in denen die Fachkräftesituation schon jetzt angespannt sei. Eine weitere Verschärfung könnte die Verwirklichung der ambitionierten Ziele der neuen Regierung verhindern oder mindestens zeitlich verzögern. Es zeige sich, dass Maßnahmen zur Fachkräftesicherung also ebenso zentrale Bausteine zum Gelingen des angestrebten Kurses sein werden. Dazu zählten die Stärkung der Dualen Ausbildung, die Fortführung der Fachkräftestrategie und der Nationalen Weiterbildungsstrategie, ergänzt um eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, die Möglichkeit zur Neuorientierung im Erwerbsleben und die Arbeitskräfteeinwanderung. https://www.bibb.de/de/154384.php

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IW: Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen bei 40 Prozent

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet damit, damit rund 40 Prozent aller angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Denn im Jahr 2021 seien gut 63.000 gemeldete Stellen unbesetzt geblieben. Rechne man diejenigen Stellen hinzu, die nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldet würden, liege dieser Anteil bei knapp 40 Prozent, erläutert die Studie. Besonders stark betroffen seien Berufe, in denen schon heute ein ausgeprägter Fachkräftemangel herrsche. Die Wirtschaft habe zwar auf die Entwicklung reagiert und in den Bereichen, wo ein nachhaltiger Fachkräftemangel herrsche, verstärkt Ausbildungsplätze angeboten. Doch erweise es sich zunehmend als Problem, die Angebote und die Wünsche der Jugendlichen zusammenzubringen, so die Autoren des IW.

Die Experten plädierten in der Studie dafür, in der Berufsorientierung stärker auf Berufe mit hohem Fachkräftemangel und freien Ausbildungsplätzen aufmerksam zu machen. Das sei auch im Interesse der Jugendlichen: Denn sie hätten hier nicht nur eine größere Chance auf einen Ausbildungsplatz, sondern auch bessere Aussichten auf eine spätere Anstellung – und häufig bessere Verdienstaussichten. Die größten Engpässe gibt es laut IW in den Berufszweigen Metzgereifachverkäufer, Installateure, im Gastronomiebereich und in der Beton- und Stahlbetonbranche.

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WorldSkills und EuroSkills

„Master Skills – Change the World“, so lautet das Motto der 46. Weltmeisterschaft der Berufe, die vom 12. bis zum 17. Oktober 2022 in Shanghai ausgetragen wird. Bei den WorldSkills werden junge Fachkräfte aus der ganzen Welt in 63 Disziplinen antreten. Deutschland plant, mit seiner 39-köpfigen Berufe-Nationalmannschaft in 34 Disziplinen anzutreten. Inzwischen hat Polen die Einladung zur Ausrichtung der EuroSkills 2023 angenommen. Im Zuge des Ukraine-Konflikts hatte WorldSkills Europe (WSE) Anfang März Russland die Austragung der EuroSkills 2023 in St. Petersburg entzogen. https://bit.ly/38iSzAE

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