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Ausbildung in der Justiz
„Man sollte entscheidungsfreudig sein“

Norma (24) und Timm (27) haben im August 2020 das duale Studium zum Diplom-Rechtspfleger (m/w/d) im Bezirk des Oberlandesgerichts Düsseldorf gestartet und befinden sich nun am Ende des zweiten Studienjahres. Sie berichten uns im Interview über Ihr Studium zum Rechtspfleger. Azubi? Das geht! Wir haben uns mit Stefan Metzdorf, dem Leiter des Teams AusbildungWeltweit beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) unterhalten.

Hallo ihr Zwei. Warum habt ihr euch für das duale Studium entschieden?

Timm: Ich hatte großes Interesse an einem rechtlichen Studium. Das schulische Konzept der Fach-hochschule ermöglicht eine individuelle Betreuung und formt eine Klassengemeinschaft. Das hat mich überzeugt!
Norma: Ich habe nach dem Abitur eine Ausbildung zur Justizfachangestellten abgeschlossen, aber die Rechtspflege war von Anfang an mein Ziel. Die Bezahlung während des Studiums ist ein Plus-punkt und Anreiz für viele von uns.

Was sind eure Tätigkeiten als Rechtspflegerin und Rechtspfleger?

Norma: Wir treffen gerichtliche Entscheidungen, die uns per Gesetz von den Richtern übertragen worden sind. In Betreuungs- und Vormundschaftssachen überwachen wir z. B. Vormundschaften, die für die Kinder eingerichtet worden sind, wenn den Eltern das Sorgerecht entzogen wurde. Der Beruf ist insgesamt sehr vielseitig und spannend.
Timm: In der Grundbuchabteilung bearbeiten wir außerdem bei einem Hauskauf die Eintragung des Eigentümers in das Grundbuch oder prüfen Belastungen von Grundstücken mit Hypotheken. Es kommt auch vor, dass anhand des Testaments der Erbe des ursprünglichen Grundstückseigentü-mers bestimmt werden muss. Zudem leiten wir Zwangsversteigerungen und übernehmen unter-schiedliche Tätigkeiten bei den Staatsanwaltschaften. Dabei sind wir sachlich unabhängig und nur dem Gesetz und unserem eigenen Gewissen unterworfen.

Wo absolviert ihr die fachpraktische Ausbildung?

Norma: Für die Praxis wird man einem Gericht oder einer Staatsanwaltschaft in seinem Bezirk zu-gewiesen und durchläuft dort die verschiedenen Abteilungen. Ich arbeite z. B. zurzeit beim Amtsge-richt (AG) Velbert und bin die einzige Rechtspflegeranwärterin aus meinem Jahrgang. Genauso wie auch schon für die Ausbildung in Handelsregistersachen, werde ich auch für die Ausbildung in Insolvenzsachen zusammen mit sechs anderen Anwärtern beim AG Wuppertal sein, da es diese Abteilungen bei meinem Gericht nicht gibt.
Timm: Ich arbeite überwiegend beim AG Oberhausen, was sich in der Nähe meines Wohnorts befindet. Ich starte immer gegen 7:30 Uhr, so muss ich nicht allzu früh aufstehen und habe dennoch genug vom Tag. Zurzeit arbeite ich mit einer weiteren Anwärterin in der Grundbuchabteilung.

Wo findet die fachtheoretische Ausbildung statt?

Timm: Die Theorie wird an der Fachhochschule für Rechtspflege in Bad Münstereifel unterrichtet. Dort ist man in einer Unterkunft auf dem Campus mit weiteren Studierenden untergebracht und hat sein eigenes Zimmer. In der Mensa werden täglich drei Mahlzeiten angeboten.
Norma: Es besteht aber auch die Möglichkeit, in kleinen Küchen gemeinsam zu kochen! Die Klassen sind übrigens nicht allzu groß, meist um die 20 Leute. In der Freizeit kann man sich einem Lauftreff, einem Yoga- oder Zumbakurs anschließen. Man sollte sich aber genug Zeit einplanen, um den Unterrichtsstoff nachzuarbeiten.

Welche Stärken sollte man eurer Meinung nach für das duale Studium mitbringen?

Timm: Man sollte entscheidungsfreudig sein und motiviert an das Studium herangehen. Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass der Job eine hohe Verantwortung mit sich bringt und dementspre-chend seine Entscheidungen sorgsam treffen.
Norma: Diese Entscheidungen können eben schwerwiegende Konsequenzen für die Beteiligten ha-ben. Ebenso sollte man an juristischen Themen interessiert sein und immer up-to-date bleiben, weil die Rechtsprechung sich stets wandelt. Das erfordert Disziplin, da an manchen Tagen der Stoff echt viel werden kann. Letzten Endes zahlt sich das Studium aber aus: man ist in seinen Entscheidungen unabhängig und hat einen sicheren Job bei der Justiz.

Der Beruf des Diplom-Rechtspflegers könnte Ihre Schülerinnen und Schüler interessieren? Wir kommen gerne an Ihre Schule und informieren Sie über unser duales Studium und Ausbildungsgän-ge! Melden Sie sich bei:
Christine Waliczek (0211/4971-778) | berufseinstieg@olg-duesseldorf.nrw.de

Alle Informationen rund um das duale Studium oder eine Ausbildung bei der Justiz.NRW finden Sie auf justiz-karriere.nrw

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