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Energie- und Wasserwirtschaft
„Unsere Branche befindet sich in einem steten Wandel“

Sabine Rauser ist stellvertretende Geschäftsführerin der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW. Im Gespräch beschreibt sie Ausbildungswege und Karrieren in einer Branche, die wie kaum eine andere vor großen Veränderungen steht und daher spannende Perspektiven bietet.

Frau Rauser, ob Energiewende, Trockenheit im Sommer, Corona oder jetzt das Hochwasser – immer mehr Themen, mit denen Ihr Verband und die 300 Mitgliedsunternehmen in NRW zu tun haben, rücken in den Fokus der öffentlichen Diskussion. Wie fühlt sich das an für Sie?

Es stimmt, die dramatischen Hochwasserereignisse im Juli 2021 haben deutlich gemacht, dass die Klimakrise auch bei uns bereits Wirklichkeit ist. Als Konsequenz aus diesen Geschehnissen fordern wir als Verband neue Strategien im Umgang mit Extremwetterereignissen und haben diesbezügliche Thesen formuliert. Dies im Sinne einer gut durchdachten Hochwasser- und Gewässerschutzpolitik weiter zu verfolgen und dabei im Blick zu haben, insbesondere auch die Auswirkungen von Extremwetterereignissen abzumildern, ist eine äußerst sinnvolle Aufgabe.

Diese Herausforderungen bringen mit sich, dass sich die beruflichen Perspektiven, die in Ihrer Branche vorher schon gut waren, weiter verbessern und vor allem noch vielfältiger werden. Wo benötigen Ihre Unternehmen aus den Bereichen Energie und Wasser jetzt ganz besonders viele Fachkräfte? Wo drückt der Schuh?

Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind auch in unserer Branche deutlich zu spüren: Altersbedingt scheiden viele Beschäftigte aus, teilweise rund 40 Prozent der Belegschaft bis zum Jahr 2030. Allein diese Zahl verdeutlicht schon, dass letztlich alle Bereiche in den Unternehmen betroffen sind. Insbesondere werden in der Branche Fachkräfte gesucht mit einer technischen Ausbildung, wie z.B. Industrie- oder Anlagenmechaniker, Rohrleitungsbauer/in oder Elektroniker/in für Betriebstechnik. Natürlich sind für solche technischen Berufe auch Azubis sehr gefragt.

Was heißt das für diejenigen, die sich jetzt auf die Suche nach Ausbildungswegen und Studiengängen machen? Was können Sie ihnen bieten?

Die Branche bietet jungen Menschen einerseits vielfältige sinnvolle Aufgaben im Bereich der Daseinsvorsorge, also bei der Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen, die für ein menschliches Dasein notwendig sind. Aber auch im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz. Unternehmen können aber auch mit einem attraktiven Arbeitsumfeld punkten: Bezahlung mit Tarifbindung, interessante Sozial- und Zusatzleistungen, Teamwork, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Implementierung eines systematischen Gesundheitsmanagements sind in unserer Branche in der Regel keine Fremdwörter, sondern gelebte Realität. Zudem befindet sich die Branche in einem steten Wandel. Themen wie die Energiewende prägen die Entwicklungen: Es bleibt also spannend!

Aber erst einmal müssen sich Schülerinnen und Schüler einen Überblick über Jobs und Karrierewege verschaffen können, wie gelingt der am besten? Und wie komme ich an ein Praktikum, um in einem Ihrer Unternehmen mal reinschnuppern zu können?

Weiterführende Informationen zu Berufen in der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es auf unserer Homepage (Link unten). Hier wird zum einen beschrieben, welche Ausbildungsberufe es in der Branche gibt und welche Voraussetzungen für die jeweilige Ausbildung mitgebracht werden müssen. Zum anderen werden zahlreiche akademischen Berufe dargestellt. Über konkrete Praktika und Ausbildungsangebote informieren die jeweiligen Unternehmen – das können die Stadtwerke vor Ort, lokale Wasserver- und Abwasserentsorger oder auch regionale und überregionale Energiekonzerne sein – über ihre Websites. Dort sind auch genaue Hinweise zur Frage aufgeführt, wie die Bewerbung bzw. die Kontaktaufnahme beim jeweiligen Unternehmen abläuft.

Vielen Dank, Frau Rauser, für das Gespräch!

https://berufswelten-energie-wasser.de/

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