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Geheimtipps für die Bewerbung
„Was interessiert mich an diesem Beruf?

Wie man einen Lebenslauf formal korrekt aufbaut und welche Fehler im Bewerbungsgespräch tunlichst vermieden werden sollten, lässt sich im Internet auf unzähligen Seiten finden. Was aber tun, wenn man es besonders gut und vor allem besser als die anderen machen möchte? Ein paar Geheimtipps frei Haus von Johannes Junker vom INQUA-Institut für Coaching.

Herr Junker, Sie beraten Berufstätige, die im Job weiterkommen möchten. Sie sagen ihnen, was sie dabei beachten müssen, das gilt natürlich auch für die Bewerbung. Geheimtipp-Frage Nr. 1: Wie informiert man sich als Schüler*in über ein Unternehmen richtig?

Die Antwort steckt schon in der Frage. Vorbereitung ist das A und O. Und hier hilft eine gründliche Recherche. Die gute Nachricht: Nie war das einfacher, denn viele Unternehmen erzählen sehr viel von sich auf ihrer Webseite. Einfach starten bei den Rubriken „Wir über uns“ oder „Karriere“ und dann zusätzlich Infos über den Fachbereich sammeln, in den der*die Schüler*in möchte. Manche Firmen haben inzwischen auch Profile auf Social-Media-Kanälen wie z.B. Instagram. Und ganz wichtig: Wenn möglich selbst die Initiative ergreifen und den Austausch mit Menschen aus dem Unternehmen suchen. Der menschliche Faktor zählt immer!

Geheimtipp-Frage Nr. 2: Wie finde ich bei mir Punkte, die ich in einem Anschreiben hervorheben könnte?

Erstmal positiv denken! Erfahrung haben die anderen Mitbewerber*innen in der Regel auch nicht. Unternehmen wissen das und möchten vor allem junge Mitarbeiter*innen gewinnen, die engagiert sind, Lust aufs Lernen und die Aufgaben haben. Am besten überlege ich mir also: Was interessiert mich an diesem Beruf? Was möchte ich lernen? Und warum bei dieser Firma? Wenn ich hierauf ein paar überzeugende Antworten im Anschreiben unterbringen kann, stehen die Chancen schon einmal gut.

Sodann wende ich mich dem Lebenslauf zu. Auch hier gilt bei den meisten Schülern: Er ist recht mager. Geheimtipp-Frage 3 also: Wie lässt sich ein karger Schüler-Lebenslauf aufplustern? Was kann rein, an das man zunächst einmal nicht denkt, was aber Pluspunkte bringen kann?

Im Lebenslauf können Schüler*innen auch ihre Hobbies nennen. Hier lohnt es sich zu überlegen, welches Geschichte hierdurch erzählt wird. Nur ein paar Beispiele: Musik machen bedeutet Kreativität, Mannschaftssport erfordert Teamfähigkeit, Einzelsport geht nur mit Zielstrebigkeit und Leistungsorientierung. Besondere Pluspunkte sind erste berufliche Neben- und Ferienjobs, Mitgliedschaften in Vereinen, Clubs oder soziale Engagements. Auslandsaufenthalte und Sprachkenntnisse sind ebenfalls wertvoll. Viele Schüler*innen können auch sehr gut mit Social Media oder bestimmter Software umgehen. Wer hier schon ein paar Kenntnisse hat, sollte diese unbedingt aufführen.

Geheimtipp-Frage Nr. 4: Wie geht man mit Würde, Stolz und Gelassenheit schließlich in ein Bewerbungsgespräch? Kann man sich irgendwie auch mental vorbereiten und so ruhiger werden?

Erst einmal: Glückwunsch! Wer eingeladen wird, hat die erste Hürde genommen. Die meisten Menschen – übrigens auch viele ältere – sind bei bestimmten Fragen unsicher, zum Beispiel bei „Was ist deine größte Schwäche?“ Ich würde empfehlen, alle Fragen aufzuschreiben, die unangenehm sein könnten und das Gespräch etwa mit Familienmitgliedern oder Freund*innen zu üben und sich gemeinsam vorab gute Antworten zu überlegen. Das kann Sicherheit geben. Was die Entspannung angeht, gibt es viele Möglichkeiten und Techniken. Eine Atemtechnik, die viele Menschen, als sehr beruhigend empfinden hat ihren Ursprung im Yoga: Die 4-7-8 Atmung. 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden den Atem halten, 8 Sekunden ausatmen. Und das Ganze ein bis zwei Minuten am Stück wiederholen. Einfach mal ausprobieren.

„Haben Sie noch Fragen?“ Jede oder jeder Berufstätige weiß, dass man im Bewerbungsgespräch auf diese Frage der Ausbildungsleiterin nicht mit „Nein“ antworten sollte, da sollte schon etwas kommen. Etwas anstrengend, denn ich muss mir also auf Teufel komm‘ raus eine Frage aus den Fingern ziehen. Bitte geben Sie uns bitte an dieser Stelle eine Geheimtipp-Antwort Nr. 5

Zwei Fragen, die ich besonders gut finde: „Wie gehen Sie in der Firma damit um, wenn Fehler passieren?“ Und: „Wer ist mein*e direkte Ansprechpartner*in, wenn ich eine Frage habe?“ Sie zeigen Eigeninitiative und du kannst wirklich wichtige Dinge über die Kultur im Unternehmen erfahren. So kannst Du auch besser entscheiden, ob Du dort deinen Berufseinstieg gestalten möchtest.

Vielen Dank, Herr Junker, für das Gespräch!

www.inqua-institut.de/karrierecoaching

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